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Boule und Pétanque Verband Nordrhein-Westfalen e.V.
Kader

Mit den Kaderspielern in Millau…

25.08.2014

Wir haben es wieder getan, und das ist auch gut so.

Nach den tollen Erfahrungen aus dem vergangenen Jahr bekamen wir auch dieses Jahr wieder grünes Licht vom BPV-NRW, eine Kaderfahrt nach Millau in Südfrankreich zur wohl größten Pétanque-Veranstaltung der Welt durchzuführen.

Da einige der Länderpokalteilnehmer schon frühzeitig abgesagt hatten, haben wir die Gruppe bevorzugt mit Espoirs ergänzt. Leider kam es kurz vor der Fahrt noch zu kurzfristigen Absagen aus persönlichen, gesundheitlichen oder beruflichen Gründen, so dass sich schlussendlich folgende Spieler, darunter einige „Wiederholungstäter“, am 12.08. auf die Reise machten:

Die Senioren Hermann Streise, Frank Günther, Martin Wanka, Philipp Niermann, die Espoirs Mesut Uluocakli, Moritz Wiegand, Björn und Tobias Lubitz, Robin Stentenbach, sowie von den Damen Krista Bisoke, Sunny Maghs, Lisa Börstler, Caro Birkmeyer und Kerstin Lisner. Als Betreuer und Coaches, Fahrer, Kaffeekocher, Baguetteholer, Wassereinkäufer und Finanzchefs fungierten Pefffo Scholten und Bernd Lubitz.

Gespielt wurde auf mehreren Hundert Bahnen im Parc de la Victoire. Links vom Eingang eine leicht schräge Asphaltfläche mit dünner Splitschicht (ca. 50 Bahnen); rechts vom Eingang eine abschüssige Schotter- bzw. Geröllfläche mit ebenfalls ca. 50 Bahnen. Dann geht eine breite Allee recht steil den Park hinauf (ca. 400m), auf und neben welcher teilweise auf Waldboden, Schotter, Asphalt oder Kies gespielte wurde. Rechts und links wurden noch einige schmale Wege bespielt und am Rande waren einige Kullerbahnen eingerichtet. Das erste Außengelände war auf dem Sportgelände eines Schulzentrums angelegt; eine riesige abschüssige Asphaltfläche mit leichtem Splitbelag für ca. 200 Bahnen, zu erreichen mit Shuttlebussen vom Park aus. Und ein weiteres Nebengelände gab es auf der anderen Flussseite zwischen den örtlichen Campingplätzen. Auf welchem Gelände man die ersten (theoretisch) vier Runden spielen sollte, erfuhr man jeweils direkt bei der Einschreibung.

Die Turniere begannen jeweils um 10:30 Uhr, so dass wir auf dem Campingplatz noch halbwegs in Ruhe frühstücken konnten, bevor Pefffo und Bernd die Bande zum Park brachten um dann manchmal noch eine halbe Stunde nach Parkplätzen zu suchen.

Trotz der Größe des Parks und der vielen Hundert Menschen gelang es uns immer, uns wiederzutreffen, zu berichten und bei den im Turnier verbliebenen Spielern zuzuschauen. Beim Tête à Tête, als Robin sein viertes Spiel im Carré d’Honneur austragen durfte, saß ein großer Teil unserer Gruppe auf der Tribüne.

Da den Franzosen ihre Mittagspause heilig ist, wurde jeden Tag um 13:15 Uhr die Veranstaltung bis 14:30 Uhr unterbrochen. Die Schiedsrichter gingen herum und achteten darauf, dass auch ja jeder sein Spiel unterbrach. Es kam so tatsächlich vor, dass man um halb drei erst sein zweites Spiel begann. Übrigens auch jeden Abend gab es eine längere Essenpause, Freitag und Samstag war dann noch Feuerwerk und erst um ca. 22:30 Uhr wurde weitergespielt.

Wer früh ausgeschieden war, suchte sich Partner für ein Mondialito. Donnerstag und Samstag als Doublette, Freitag als Triplette. Um 14:15 Uhr begann täglich die Einschreibung für diese „Miniturniere“ mit jeweils 128 Teams und wer sich um 14 Uhr in die bereits 100m lange Schlange an der Einschreibung stellte, hatte gute Chancen, einen Startplatz für das erste oder zweite Mondialito des Tages (Beginn 16:30 bzw. 17:30 Uhr) zu ergattern. Vier bis fünf dieser Turniere wurden jeden Tag gestartet, jedes davon mit zusätzlichen 500 EUR Sponsoring. In einem Mondialito holten Tobi und Robin fünf Siege und erreichten damit das Halbfinale, das in Frankreich häufig nicht mehr ausgespielt wird; also wurde morgens um 03:30 Uhr das Preisgeld geteilt.

Spiele gegen Weltmeister, aber auch gegen die ältere Dame, die einem genauso ein Carreau für Schluss um die Ohren hauen kann… Einerseits ist das Niveau erschütternd hoch, andererseits haben wir es alle geschafft, auch das ein oder andere Spiel in einem der vielen Turniere zu gewinnen. Klar, dazu mussten die Gegner vielleicht mal schwächeln und wir all unser Können gebündelt auspacken, aber es half, um sich doch nicht mehr allzu klein vorzukommen.

Was also wollten bzw. mussten wir als Erfolg werten? Was antworten wir auf die Frage: „Und? Habt ihr was gerissen?“

Robin verlor im Tête à Tête erst das vierte Spiel, Tobi das dritte. Und im Doublette spielten Hermann und Frank großartige Spiele und verloren ebenfalls erst in der vierten Runde – weil der Gegner auf 10m einfach mehr Tauscher schoss als Hermann und Frank. Im Triplette erreichten einige unserer Teams die dritte Runde, was wirklich nicht selbstverständlich ist.

Tolle Spiele lieferten Lisa und Kerstin im Frauen-Doublette ab, bis sie in der vierten Runde gegen zwei franz. Nationalspielerinnen mit 10:13 unterlagen. Ganz großer Sport der beiden jungen Damen, die auch mit überraschender Coolness beindruckten – auch als z.B. Angélique Papon zum Zuschauen kam.

Im Triplette-Mixte am Abschlusstag kamen Frank und Mesut mit Corinna M. in die vierte Runde, sowie im B-Turnier Hermann, Philipp und Caro in die fünfte Runde.

Auch hohe Niederlagen konnten verschmerzt werden, z.B. als Philipp und Robin im Doubletteturnier in der ersten Runde gegen Samson Debard, den Tête-Finalisten vom Vortag und späteren Doublette-Halbfinalisten verloren. Oder als Pefffo, Moritz und Tobi in der dritten Tripletterunde gegen die Weltmeister Bruno Le Boursicaud, Damien Hureau und Michel Loy immerhin einen Punkt holten.

Dank an die ganze Gruppe, die einige harmonische Tage miteinander verbracht hat. Natürlich wurde auch viel in kleineren Gruppen und mit befreundeten Spielern unternommen, das Miteinander kam jedoch nicht zu kurz. Das gemeinsame Auf- und Abbauen der Zelte, das morgendliche gemeinsame Frühstück – alle haben immer schön mitgezogen. Am letzten Abend saßen wir dann noch gemütlich draußen in der Altstadt Millaus, um bei marokkanischem Essen die Erlebnisse noch einmal Revue passieren zu lassen.

Ein Riesendank geht auch an Corinna, Carolin und Bastian, die mehrmals unkompliziert und bereitwillig aushalfen, damit alle unsere Spieler an allen Wettbewerben teilnehmen konnten.

Das Mondial de Pétanque in Millau ist ein großartiges Erlebnis für jeden Boulespieler, und besonders die jüngeren Mitglieder des Kaders können hier Erfahrungen sammeln, die über Jahre noch positiv nachwirken können. Danke Tim, dass du dich so sehr für diese Fahrt eingesetzt hast und schade, dass du nicht dabei sein konntest!


Peter Scholten
Kaderbetreuer BPV NRW
Bernd Lubitz